Lesson learned!

©Chris Perkins. Dessen „The Dungeon Master Experience“ PDF, welche ich häufig blättere, hat mich dazu inspiriert, meine eigene „Wie werde ich als Spielleiter besser“ Selbstreflexion niederzuschreiben. Enjoy!

„Ich zaubere Tasha’s Hideous Laughter auf den Elf, sie soll bloß nicht vor dem Laden für Unruhe sorgen – das Drachenblut muss in Ruhe arbeiten“.
– Oh, im Chat meinte jemand, da müsse man jetzt nen coolen Witz zu erzählen! Tolle Idee! Frag ich doch mal, ob wir das können?
„Oh, sorry… da hab ich jetzt keine Idee.“
<<Chat: Schlecht vorbereitet.>>

Wie reagierst du als Spielleiter auf diese Aussage deiner Mitspielerin? Für gewöhnlich, wenn der Zauber unkommentiert ausgesprochen wird, erzähle ich die Reaktion, die daraufhin geschieht. Wenn vom Spieler bzw. der Spielerin nicht von sich aus erklärt wird, wie das ganze optisch, akkustisch oder in-game umgesetzt wird, entsprach es bis jetzt nicht meinem naturell, sie dazu aufzufordern, es urplötzlich zu ändern (abgesehen von den Matt Mercer’schen „Wie willst du den Goblin abfertigen“ Sprüchen, die wir, zugegeben, schon vor 25 Jahren schon gefragt haben). Aber: willkommen im Streaming-Jahrtausend, denn da kann es durchaus passieren, sofern man Zuschauer hat, die schreiben und man den Chat mitliest, dass man die Kommentare der Zuschauer berücksichtigt.

Meine Meinung: Großer Fehler!

Nachdem ich völlig entgegen meinem Naturell die Frage nach einer spontanen Aktion stellte, war die (absehbare) Reaktion, dass das Spiel ins Stocken geriet. Nicht nur war die Mitspielerin überrascht, dass urplötzlich eine Aktion verlangt wurde, nein, die deplatzierte Reaktion des Users, der sich dann herausgefordert fühlte, dies negativ zu kommentieren, führte dazu, dass die Spielerin sich deutlich sichtbar unwohl fühlte. Für mich als Spielleiter war dies dann aber der Supergau, denn die gesamte „Eskalation“ (unterm Strich war es ja nicht so wild und man kann so einen Kommentar auch als typisches Internet-getrolle abstempeln, zumal der User auf die Rückfrage, was für einen Witz er denn erzählen würde, kleinlaut antwortete, dass ihm auch nichts eingefallen sei) kam nur deswegen zustande, weil ich mich dazu habe verleiten lassen, etwas einzufordern, dass keinen Platz in unserem normalen Spiel hat. Spontanität, Kreativität und Rollenspiel sind immer die Sache des Einzelnen und sollten vom Spielleiter insofern gefördert werden, dass Raum dazu angeboten, aber keine Spontanaktion hergeleitet oder eingefordert wird.

Dennoch war es im Gesamten eine entspannte Spielrunde, in der viel passierte und das Abenteuer in Tiefwasser in seine zweite Runde geführt wurde. Die Helden haben nunmehr ein Haus, das sie erkundet und zudem das Spiel durch eigenen Witz, Charme und kreative Aktionen nach vorne gebracht haben.

Somit bleibt nur meine Memo an alle mitlesenden, interessierten Spielleiter, als auch an mich selbst:

  • verlasst euch auf eure Intuition und Erfahrung im Umgang mit euren Spielern, wenn ihr in-game seid, die ihr als Spielleiter mitbringt.
  • eure Spieler/innen kennen euch und plötzliche Änderungen im Meta-Game sind eher überfordernd als originell
  • Streams und Chats sind toll und die Community kann und soll auch mit den Spielern im Spiel kommunizieren – aber als Spielleiter sollte man sich auf SEIN Spiel konzentrieren.

In diesem Sinne: Uluvathae, oder: Möge dein Glück dir Freude bringen!

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