Zeit rast…

Oloré

Jetzt sind schon drei Wochen vergangen, seitdem die Tiefwasser Runde ihre Kreise in der Stadt zieht. Viel ist passiert, Durnam war grimmig wie eh und je, Trolle kletterten aus Brunnen und Tiefwasser wurde zum Leben erweckt. Überall vibriert und pulsiert die Stadt um die kleine Gruppe illustrer Helden, die von ihrer Umwelt regelrecht erschlagen werden – was mich zum heutigen Blogeintrag bringt:

Das Spiel der Rollen

Es ist eine Sache, einen interessanten Charakter zu erschaffen – dies haben alle Spieler meiner Runde mit Bravour gemeistert – und eine Andere, diese Rolle mit Leben zu füllen. Wir alle besitzen Eigenarten, Ticks und Redewendungen, die wir tagtäglich abspulen. Umso mehr ist es eine große Herausforderung, seine ROLLE zum Leben zu erwecken und sich gleichzeitig völlig von dem eigenen Ich zu befreien. Ich persönlich sehe hier im Rollenspiel eine große Chance, wie mein Bruder es mal genannt hat, „Urlaub von sich selbst“ zu nehmen. Das muss man allerdings auch erst einmal üben und sich in seiner Rolle wohl fühlen. Rollenspieler haben meistens eine konkrete Vorstellung von ihrem Charakter – meiner Erfahrung nach sind Rollenspieler meist auch aufmerksame und leidenschaftliche Leser, Serienjunkies oder Filmverrückte, wo sie sich bedienen – aber die Umsetzung ist dann etwas, in das man durchaus hineinwachsen kann.

Ich glaube, dass alle meine Spieler dahingehend einen ordentlichen Job leisten. Als Spielleiter frage ich mich jedoch immer, wie ich es schaffen kann, Spieler dazu zu bringen, ihre Rolle mit mehr Leben zu füllen. Dabei muss man jedoch auch aufmerksam damit umgehen und ein gewisses Fingerspitzengefühl entwickeln, wann Spieler/innen einem signalisieren, dass es jetzt genug „Rollenspiel“ ist. Phrasen wie „Beschreib doch mal, wie XYZ sich dabei bewegt“ oder „Welchen Ton stimmt XYZ an, um die Intention rüber zu bringen“ helfen oft, den Spielern einen Anreiz zu geben, Eigenarten ihrer Rolle genauer darzustellen. Allerdings hat dieser Wunsch nach Darstellung ein imminente Stolperfalle: Der Spielleiter verliert sich in seinen Rollen. Häufig beschreiben Spielleiter dann, wie Handlungen verlaufen und wie die NSC (=Nichtspielercharaktere) hingebungsvoll ihre Aktionen ausführen, nur um dann von Spielern ein „aha. Okay. Ich auch“ zu ernten.

Erkenntnis für mich:

Man kann niemanden zwingen, Rollenspiel zu betreiben – aber jeder, der sich freiwillig wiederkehrend zu einer bestimmten Uhrzeit einfindet, um über das Internet Rollenspiel zu betreiben, empfindet wohl so etwas wie Spaß dabei. Das sollte man als Spielleiter auch wertschätzen und versuchen, in kleinen Schritten an dem Spiel zu arbeiten; WENN der Spieler denn überhaupt will, bzw. denkt, dass man an etwas arbeiten muss. Wir sind ja hier, um Spaß zu haben – und Spaß ist etwas sehr individuelles.

Euch eine wunderschöne Reise auf euren Pfaden

Stephan

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